Tuesday, November 5, 2013

Bayern München: Bosse zufrieden, Pep Guardiola nicht

Die Saison von Bayern München läuft sportlich in allen Wettbewerben erfolgreich, um so mehr überraschte Pep Guardiola mit der Ankündigung von Korrekturen nach dem Erfolg in Hoffenheim. Diese Aussage holte ihn vor dem Champions League-Duell in Pilsen ein.

Was genau er plant, führte Pep Guardiola vor dem Spiel bei Viktoria Pilsen (Dienstag, 20:45 Uhr im Live-Ticker) nicht aus. "Unser Niveau is in the sky und das müssen wir erreichen. Wir müssen immer wieder etwas korrigieren. Ich habe die Verantwortung, nicht nur das Ergebnis zu sehen, sondern auch, wie wir gespielt haben", sagte er mit krächzender, von einer Erkältung geschwächten Stimme.

Bayern-Bosse sind zufrieden

Mit seiner selbstkritischen Meinung stand Guardiola ziemlich alleine da, denn die Verantwortlichen von Bayern München sehen kaum Anlass zu Veränderungen. "Das Konzept ist gut, wir spielen guten Fußball. Ich habe keine Sorge", betonte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Es sei nicht notwendig, Guardiola reinzureden, ergänzte der Bayern-Boss: "Er hat exklusive Lufthoheit über Taktik und Training, da werden wir sicher nicht irgendwelche Fachratschläge erteilen."

Uli Hoeneß fand die Erklärung für Guardiolas Reflexionen in dessen Charakter. "Er ist Perfektionist. Wenn ein Spiel nicht so läuft, wird er immer gewisse Dinge infrage stellen, er ist nie zufrieden, will nie zur Tagesordnung übergehen", sagte er: "Daran müssen wir uns gewöhnen, aber das muss ja nicht unbedingt schlecht sein."

Kapitän Philipp Lahm nahm die Offensive in die Pflicht, der Arjen Robben (Pause nach Leistenproblemen) fehlen wird. "Wir müssen wieder besser und konstanter nach vorne spielen, und wollen auch dominanter auftreten", sagte Lahm, fügte aber an: "Wir sind Tabellenführer und brauchen uns für nichts zu schämen."

BVB schon ein Thema in München

Sogar sehr gut ist die sportliche Lage in allen Wettbewerben, die Diskussionen von Pilsen wirkten da etwas befremdlich. Dass die Bosse trotz der Tabellenführung in der Bundesliga nicht restlos zufrieden sind, belegte eine Aussage von Rummenigge. Mit einem Sieg in Pilsen, der das Achtelfinal-Ticket bedeuten würde, sofern ZSKA Moskau nicht bei Manchester City gewinnt, "könnten wir uns wieder mehr auf die Bundesliga konzentrieren". Denn was dort die Dortmunder aufführen, stört sie doch erheblich in München.

Der BVB lauert einen Punkt hinter den Bayern auf Platz zwei, am 23. November kommt es in Dortmund zum direkten Duell. Dann, betonte Hoeneß, brauche man "kein besonderes Konzept, da braucht man nur an die Tafel schreiben: 'BVB'. Das reicht!" So sehr elektrisiert ihn das Duell schon jetzt, dass er stichelte, Dortmund könne gerne so weiterzaubern wie zuletzt, "aber wir sind Tabellenführer".
Und dennoch: Gewonnen ist, außer dem europäischen Supercup, noch nichts. "Wir trinken nach wie vor Wasser", sagte Rummenigge. Daran dürfte sich auch im Falle des nächsten Rekordes nichts ändern: Wenn der FC Bayern in Pilsen gewinnt, hätte er die elf Jahre alte Marke des FC Barcelona von neun Siegen in der Champions League in Serie eingestellt.

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