Tuesday, November 5, 2013

Die Rückkehr des Javier Martinez

CHAMPIONS LEAGUE VIKTORIA PILSEN BAYERN MÜNCHEN


Javier Martinez kehrt nach zweimonatiger Verletzungspause in die erste Elf der Bayern zurück, als sei er nie weg gewesen. In der Champions League bei Viktoria Pilsen wird der Mann aus Navarra wieder mit von der Partie sein.

Wochenlang ist der FC Bayern von Sieg zu Sieg geeilt, derart eindrucksvoll marschierte der aktuelle Weltmarktführer durch Bundesliga und Champions League, dass Javier Martinez, genau wie sein für 25 Millionen Euro erworbener spanischer Landsmann Thiago Alcantara, fast in Vergessenheit geriet. Natürlich nicht bei seinem Trainer Pep Guardiola, aber durchaus schon in einer breiten Öffentlichkeit.
Philipp Lahm erledigte den Job im defensiven Mittelfeld zur vollen Zufriedenheit seines Vorgesetzten, so gut sogar, dass manch einer den Alleskönner Lahm auch gern im DFB-Team zentral spielen sähe, und der eine oder andere Beobachter fragte sich bereits bang: Gibt es überhaupt noch einen Platz für den super-teuren Martinez in der ersten Hochglanz-Elf der Bayern? Denn im defensiven Mittelfeld hat Guardiola – im Gegensatz zu seinem Vorgänger Jupp Heynckes – ja lediglich eine einzige Planstelle zu vergeben. Schweinsteiger, Lahm, Thiago und Martinez sind aber bekanntlich vier Männer, also drei zu viel für die eine Position.

Martinez macht die Bayern noch besser

Aber seit dem vergangenen Samstag, dem 2:1-Sieg in Hoffenheim, und pünktlich zum Rückspiel der Königsklasse in Pilsen gibt es keinen Zweifel: Javier Martinez ist zurück, und zwar in einer derart eindrucksvollen Art und Weise, dass jeder sehen kann: Der 25-Jährige, geboren in der nordspanischen Provinz Navarra unweit der französischen Grenze, macht die beste Mannschaft der Welt noch besser.

Der 40-Millionen-Euro-Mann hat in dieser Saison noch nicht besonders oft unter Wettkampfbedingungen Fußball gespielt. Bis zum Spiel in Hoffenheim hatte er nicht ein einziges Mal in der Münchner Startaufstellung gestanden. Wegen Leistenproblemen, die Anfang September schließlich eine Operation nötig machten, hat er zu Saisonbeginn nur ein paar Minuten im Pokal, zweimal kurz in der Bundesliga und am letzten Tag im August gegen den FC Chelsea beim Supercup mitmachen können. Auch da war Martinez erst in der Schlussphase der regulären Spielzeit eingewechselt worden, hatte dazu noch einen Schlag aufs Knie bekommen und nur unter Schmerzen an Knie und Leiste durchgehalten, was ihn nicht davon abhielt, fünf Sekunden vor Ende der Nachspielzeit der Verlängerung den Ausgleich zum 2:2 zu erzielen. Hinterher sagte der stolze Spanier, dieser Abend in Prag werde für ihn „unvergesslich“ bleiben. Aber danach musste er erst einmal unters Messer. Insoweit war die Nacht von Prag in doppelter Hinsicht unvergesslich.

Nach dem notwendigen Eingriff in München folgte eine wochenlange Reha, Muskeltraining für die Oberschenkel und den Rumpf vor allem, erst eine Woche lang hat der 1,90 Meter große und entsprechend kopfballstarke spanische Nationalspieler, der dort keineswegs zum Stammpersonal gehört, erst wieder am Münchner Mannschaftstraining teilnehmen können und war entsprechend „überrascht, dass ich in der Startelf stehe“. Guardiola wusste, warum: „Er ist noch längst nicht fit, aber seine Persönlichkeit ist unglaublich.“ Der Trainer mag der deutschen Sprache noch längst nicht vollständig mächtig sein (wiewohl er schon viel besser deutsch spricht als Martinez), das „un-unglaublich“ formuliert der Katalane aber bewusst mit doppeltem „un“. Aus Hochachtung vor Martinez.

No comments:

Post a Comment